Das »Lindenhotel« – Potsdamer Stasigefängnis
16. Mai 2010 | Noch kein Kommentar »Hinter einer unscheinbaren Backstein-Fassade mitten in der beschaulichen Potsdamer Innenstadt, verbirgt sich ein Stück grausamer Geschichte. Es ist ein Ort der politisch Verfolgten, sowohl von Nationalsozialisten, wie auch der Staatssicherheit in der DDR (Stasi). In dem Haus, welches ab 1820 als Stadt-Gefängnis genutzt wird, wurden seit 1835 viele Menschen gequält, gefoltert und isoliert. Zu dieser Zeit wurde das Gefängnis als »Erbgesundheitsgericht« unter anderem für Zwangssterilisationen genutzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gefängnis von der NKWD als Geheimdienstgefängnis weiter betrieben. Hier wurde das im Volksmund »Lindenhotel« getaufte Gefängnis zu einem Foltergefängnis weiterentwickelt. Das Ziel war eine völlige Isolation der Häftlinge. Dies wurde nach der Übergabe an die Stasi weitergeführt und die Überwachung und Willkür ausgeweitet. Zu dieser Zeit waren in dem »Lindenhotel« ausschließlich politische Häftlinge inhaftiert.

In dem Fotoraum fand die Eingangsuntersuchung von neuen Häftlingen statt. Hier wurden die Häftline erkennungsdienstlich behandelt, Fingerabdrücke genommen und Fotos angefertigt.

Einer der Zellentrakts in dem vier-stöckigem Gebäude. Über ein ausgeklügeltes System wurde verhindert, dass sich Gefangene auf den Gängen begegnen konnten.

Eine der über 100 Zellen im Lindenhotel: 3,5 Quadratmeter für jeden Häftling mit Holzpritsche, WC, Blechkanne und Plastikteller.

Freigangszellen in denen die Häftlinge sich 20 Minuten am Tag aufhalten durften. Dabei wurden Sie von Wärtern bewacht, die drüber in einem Laufgang patrouillierten. Zudem waren die Freigangszellen nach oben mit einer Maschendrahtabsperrung versehen.
Heute wird das ehemalige Gefängnis als Gedenkstätte betrieben. Weitere Informationen zur Gedenkstätte.
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